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MENSCHEN SIND TRAGLINGE

Unsere Babys sind Traglinge. Wenn ein Kind geboren wird, ändert sich viel, nicht nur für die Eltern. Das kleine Baby verlässt die warme, wohlige Hülle in der es schwerelos geschaukelt wurde. Dort war es rundum versorgt mit allem was es brauchte. Doch plötzlich ist alles anders.

Kräfte wirken auf das Baby ein, die Schwerkraft, neue Bedingungen, Luft strömt in die Lungen, laute Geräusche, das Bäuchlein verdaut Nahrung. Für jedes Baby eine Umstellung, die es meistern muss.

Doch wir können gutes tun, um ihm diese Umstellung etwas zu erleichtern und es sanft auf der Welt ankommen zu lassen. Das geht am besten in dem wir ihm möglichst ähnliche Umstände, wie in der Gebärmutter bieten.

Indem wir unser Baby tragen,geben wir ihm das Gefühl der Enge, Begrenztheit, Gehalten werden und das Schaukeln zurück und beruhigen es. Das gibt unserem Baby die Sicherheit und das Glück auf Erden zurück.

Doch warum weint ein Baby, wenn es Kontaktverlust spürt? Warum schreit es so, auch wenn die Windel trocken ist, es gerade gestillt ist und ihm sonst nichts fehlt? Warum beruhigt das Wiegen und der Körperkontakt unser Baby so sehr?

Unsere Babys kommen noch wie vor Jahrtausenden zur Welt. Sie sind darauf ausgelegt mit unserer Nomadenlebensweise mitzuhalten. Sie sichern ihr Überleben mit ihren angeborenen Reflexen und Instinkten. Um diese weg-zu- evolutionieren bedarf es viel mehr Zeit, als 10000 Jahre. Ein Baby, das heute das Licht der Welt erblickt muss keine Angst haben von einem Beutetier geholt zu werden, wenn es im Stubenwagen abgelegt wird und doch reagiert es manchmal unruhig, wenn es den Kontaktverlust wahrnimmt.

Eigentlich können wir uns an unseren nächsten Verwandten orientieren, auch wenn uns das nicht behagt. Menschenaffen tragen ihre Kinder mit sich herum und stillen sie nach Bedarf. Wir sind ihnen biologisch sehr ähnlich.
 

Jetzt wird’s tierisch interessant:

Die Pumamutter gehört zu dem Typus Nesthocker. Die Milch des Pumas ist sehr hochkalorisch und fettreich und sättigt die Jungen über Stunden hinweg. Die Pumamutter kann sich um ihre Nahrung kümmern. Der Elefant ist ein Nestflüchter. Das Junge kommt weit entwickelt auf die Welt und kann sofort mit der Herde weiterziehen.

Wir Menschen sind weder Nestflüchter noch Nesthocker, wir sind von dem Biologen Hassenstein 1970 dem Jungentypus Tragling zugeordnet.

So wie ein Reh instinktiv weiß, dass es auf die Beine muß, so wie ein Vögelchen weiß, dass es einen Schnabel weit öffnen muss, um das Futter der Mutter aufzunehmen, so erwarten unsere Kinder, wenn sie zur Welt kommen, getragen zu werden, gestillt zu werden, gehalten und gewärmt zu werden.

Die anatomischen Gegebenheiten und die natürlichen Reflexe eines Neugeborenen sind perfekt auf das Tragen abgestimmt. Denn ein Neugeborenes weiß nichts von den Veränderungen über die Jahrtausende. Unsere Babys kommen immer noch wie Steinzeitbabys auf die Welt, mit den gleichen Bedürfnissen und Reflexen. Dazu gehört auch der Reflex des Kontaktweinens bei Kontaktverlust zur Bezugsperson auf sich aufmerksam zu machen, um sein Überleben zu sichern.


Ist Ihnen schonmal aufgefallen, welche Haltung ein Säugling einnimmt, den man hochhebt?

Er zieht die Beinchen hoch, in Erwartung sich an den Körper der Bezugsperson zu klammern und hat genau die Haltung, in der man ihn prima auf die Hüfte setzen kann.Ein Baby hockt die Beinchen an im Winkel ca 100 Grad und spreizt die Beinchen ab im rechten Winkel etwa. Eine wunderbare Position sich an unserem Körper zu haften und mit seinem kyphotischen Rücken (leicht gerundet) an uns zu lehnen. Darüber hinaus können unsere Babys und Kinder mit ihren Händchen so gut klammern und auch am Fuß ist ein Klammerreflex zu beobachten.

Die Anhockspreizwinkel sind übrigens eine anatomische Gegebenheit, die das Gesunderhalten und Gesundwerden der noch unreifen Hüfte des Kindes unterstützen.


Zufall?

Nein, dies ist ein Erbe unserer nächsten Verwandten, den Menschenaffen, deren Junge auch zu den Traglingen gehören.

Ein weiteres Indiz dafür, dass unsere Kinder aus der Mutter auf die Mutter geboren werden, ist die Beschaffenheit der Muttermilch. Die Muttermilch ist sehr gut bekömmlich, denn es ist die Milch unserer Art, die Milch, die für unsere Kinder perfekt abgestimmt ist. Unsere Babys stillen häufig und nach Bedarf, denn die Muttermilch ist sehr schnell verdaut. Rund 1 ½ - 2 Stunden braucht die Muttermilch, um den gesamten Verdauungsapparat des Babys zu passieren.

Um zu überleben ist es für ein Baby wichtig an der Bezugsperson, und in unmittelbarer Nähe der Mutter zu sein und Körperkontakt zu haben.

Unser Baby ist darauf ausgerichtet ständig in Kontakt mit uns zu sein und an uns zu verweilen, gestillt zu werden, wann auch immer es das Bedürfnis anmeldet - Die Körperwärme und Geborgenheit zu nutzen um sich sicher zu fühlen, zu schlafen und zu gedeihen.

Stillen nach Bedarf erhält und fördert die Muttermilchbildung. Die Grundvoraussetzung für das Überleben des Menschenkindes. Tragen unterstützt das Bonding. Vor allem die Väter genießen es, ihr Neugeborenes zu tragen und so eine Möglichkeit zu haben es zu beruhigen und ihm nahe zu sein. Ein Neugeborenes so nah bei sich zu haben, ihm über den Rücken zu streicheln, zu sehen wie zufrieden und glücklich es ist, es zu beobachten wenn es schläft, mit ihm in Kontakt zu treten wenn es wach ist, das sind so wunderschöne Momente, die wir beim Tragen erleben.


Und: Stillen und Tragen gehört zusammen!

Wir stellen fest, dass wir unser Kind und seine Signale plötzlich viel besser und differenzierter wahrnehmen und unser Baby und seine Bedürfnisse besser kennen lernen.

Manchmal ist der Hunger vielfältig. Babys, die sich an der Brust rundum wohlfühlen, stillen also neben ihrem Hunger nach Nahrung auch den Hunger nach Körperkontakt und Nestwärme.

Sollten sie also das Gefühl haben, sie können ohne ihr Baby an der Brust oder im Schlepptau nicht die Couch verlassen versuchen sie doch mal ihr Baby ganz selbstverständlich im Tragetuch mitzunehmen. Ihr Baby ist glücklich und Sie und Ihre Familie ebenso!

 

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